(Port-au-Prince/Luxemburg, 7. Juli 2010) Im haitianischen Carrefour ist der erste Meilenstein auf dem langen Weg zur Normalität erreicht: Sechs Monate nachdem das verheerende Erdbeben auch hier, südwestlich von Port-au-Prince, alles in Trümmer legte, können über 1000 Mädchen und Jungen nun wieder regelmäßigen Unterricht besuchen.
Die Schule der Ordensschwestern Petites Soeurs war komplett zerstört, mittlerweile hat die Kindernothilfe das Areal geräumt, eine Notschule errichtet und sie mit neuen Unterrichtsmaterialien und Schulbänken ausgestattet. „Mit der Schule ist die Hoffnung wiedergekehrt, dass Haitis Kinder und damit auch das Land eine Zukunft haben", sagt Schwester Lops von den Petites Soeurs.

Foto: Jens Großmann
Und auch fünf Kilometer weiter südlich, im kleinen Bergdorf Coupeau, gibt es Grund zur Freude: Hier steht bereits eine neue, erdbebensichere Schule für 80 Jungen und Mädchen. „Es ist das erste bleibende Gebäude, das wir nach dem Beben fertiggestellt haben", so Jürgen Schübelin, Haiti-Koordinator der Kindernothilfe. Keine Selbstverständlichkeit: „Vor allem in der Hauptstadt Port-au-Prince geht der Wiederaufbau weiterhin sehr viel langsamer voran", so Schübelin. „Im dicht besiedelten Armenviertel Impasse Terrasse etwa sind wir froh, dass die Abräumarbeiten der Trümmerberge vor neun Tagen konnten."
Insgesamt erreicht die Kindernothilfe mit ihren 20 Projekten in Haiti mittlerweile rund 9.000 Kinder. „Sowohl beim Wiederaufbau von Schulen als auch bei der umfassenden Betreuung von traumatisierten Mädchen und Jungen in Kinderzentren steht für unsere Arbeit immer eines im Vordergrund: Die Erdbeben-Katastrophe darf nicht dazu führen, dass Haitis Kinder ihre Rechte noch mehr einbüßen und jegliche Chance auf Bildung verlieren", so Schübelin. „Nur so ist auch die Grundlage für eine langfristige Entwicklung des Karibikstaates zu gewährleisten."
Weitere Informationen, Fotos und Fakten finden Sie auf der Webseite der deutschen Kindernothilfe. mehr
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