(Luxembourg, 08.09.2016) Als international tätiges Hilfswerk unterstützt die Kindernothilfe Luxembourg benachteiligte Kinder und Familien - immer häufiger auch in und nach humanitären Katastrophen. Schwerpunkte der Arbeit der Nichtregierungs-Organisation sind der Schutz und die Stärkung von Kindern sowie nachhaltige Armutsbekämpfung durch Hilfe zur Selbsthilfe.
„Erst dann zu helfen, wenn die Katastrophe bereits eingetreten ist, reicht auf Dauer nicht aus. Wichtig ist es vorzusorgen, Armut zu bekämpfen und die Widerstandsfähigkeit der Menschen durch nachhaltige Entwicklungsprojekte zu stärken. Denn nur so kann es gelingen, die Auswirkungen von Katastrophen möglichst gering zu halten."
Die Weltöffentlichkeit nimmt meist zwar Notiz von den großen Katastrophen und Krisen, aber nur wenig von den schleichenden Bedrohungen. Doch gerade sie verstärken die Armut und das Ausmaß der Schäden bei Katastrophen.
In Folge des Klimawandels und industriellen Raubbaues kommt es immer häufiger zu Ueberflutungen, Stürmen, Hitze- und Dürrekatastrophen. Besonders betroffen davon sind Menschen in den ärmsten Regionen der Welt, die solchen Ereignissen oft schutzlos ausgeliefert sind.
In Afrika und Asien lebt der Großteil der Bevölkerung von der Landwirtschaft und damit von der Nutzung und dem Erhalt natürlicher Ressourcen. Hier hängt die Versorgung von rund zwei Milliarden Menschen von der Regelmäßigkeit der Niederschläge ab. Wenn aber das Wasser knapper wird, Regenfälle stark zunehmen oder Pflanzen unter veränderten klimatischen Bedingungen schlechter gedeihen, sinken die Erträge. Wenn wir nicht handeln, werden im Jahr 2050 Schätzungen zufolge weltweit bis zu 20 Prozent mehr Menschen hungern, allein 24 Millionen davon sind Kinder.*
Die Kindernothilfe stärkt Kinder und ihre Familien dabei, auch mit schwierigen Klimabedingungen zurechtzukommen und um Katastrophen nicht schutzlos ausgeliefert zu sein. Wassermanagement, Ausbildungen in krisenresistenter Landwirtschaft und neue Selbsthilfekonzepte sollen dazu beitragen, die Situation vor allem in armen Haushalten auf dem Land dauerhaft zu verbessern. Die Betroffenen lernen, sich selbst zu helfen, statt von externer Hilfe abhängig zu sein.
In Sambia und auf den Philippinen hilft die Kindernothilfe Luxembourg Kleinbauern, ihre Ernährung und Existenz durch eine an den Klimawandel angepasste Landwirtschaft zu sichern. Durch Schulungen zu diversifizierten, nachhaltigen Anbaumethoden und die Vergabe von fortpflanzungsfähigem Saatgut, das sich klimatisch anpasst, können die Bauern ihre Erträge trotz Klimaveränderungen sichern. Die auf den Philippinen geplante Modellfarm wird aus Stahlbeton errichtet und kann zum Beispiel im Fall erneut auftretender Taifune als Evakuierungszentrum dienen.
Akute Not zu lindern ist nur ein Aspekt unserer Hilfe. Not auf Dauer zu überwinden heißt aber auch, die Betroffenen darin zu unterstützen, sich an Veränderungen anzupassen und so die Folgen von Katastrophen zu mindern. Nur dann können sich die Menschen langfristig aus der Armut befreien.
* http://de.wfp.org/klimawandel
Der Artikel ist erschienen im Lëtzebuerger Journal am 31.08.2015.
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