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Projektbesuch Sören Keding (Foto: Kindernothilfe Luxembourg)

Unser Projektkoordinator Sören Keding berichtet von seiner Reise in den Libanon

(Luxembug, 15.05.2017) - Ende April bin ich in den Libanon gereist, um unsere Hilfsprojekte für die syrischen Flüchtlingskinder zu besuchen. Zunächst traf ich unseren Partner AMURT im Chouf-Gebiet - sehr engagierte junge Menschen mit viel Elan. Dort erfuhr ich, dass alle syrischen Flüchtlingskinder unseres bisherigen Projektes – auch jene mit den stärksten traumatischen Erfahrungen - mittlerweile erfolgreich in libanesische Schulen integriert sind. Das ist ein großer Erfolg – können doch UN-Berichten zufolge fast 70 Prozent der syrischen Flüchtlingskinder im Libanon nicht zur Schule gehen.

Danach fuhr ich mit unserem neuen Partner ALPHA in die Beeka Ebene. In Ghazzé nahe der syrischen Grenze leben viele Flüchtlingsfamilien: 6000 Libanesen stehen hier mehr als 12.000 syrische Flüchtlinge gegenüber. Hier steht die „Damme-Schule“ (übersetzt: Umarmung), eine von syrischen Lehrern betriebene Förderschule. Die Schule ermöglicht jährlich 200 Flüchtlingskindern den Übergang in das libanesische Schulsystem, indem sie auf den notwendigen Stand ihrer jeweiligen Altersstufe gebracht werden. Das Erlernen der englischen Sprache ist dabei ein wichtiger Bestandteil, da der Unterricht in Syrien weitgehend in arabischer Sprache stattgefunden hat. 

Da der Krieg in Syrien bereits vor mehr als 5 Jahren begonnen hat, hatten die meisten der jüngeren Kinder bisher nicht die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Auch viele ältere Kinder haben oft Monate oder Jahre keine Schule besucht. Sie benötigen spezielle Vorbereitung, bevor sie den regulären Schulalltag im Libanon bewältigen können. Dabei hilft ihnen unsere Schule. 

Vormittags besuchen Kinder im schulfähigen Alter von 6 bis 16 Jahren die Damme-Schule. Diese Kinder sind zum Teil schon in libanesische Schulen integriert und erhalten in unserer Schule zusätzlich Nachhhilfe, d.h. Sprachkurse und Nachhilfe-Unterricht im Rechnen, Schreiben und Lesen, damit sie den Anforderungen des libanesischen Schulsystems besser gerecht werden können. Dazu arbeiten wir mit syrischen Lehrern zusammen, die helfen, die Unterschiede zwischen beiden Schulsystemen zu überbrücken, so dass die älteren Schüler ihre Defizite ausgleichen können. Nachmittags nehmen diese Schüler am regulären Unterricht des libanesischen Schulsystems teil.

Kinder im Kindergartenalter besuchen die Damme-Schule nachmittags und erhalten spielerischen Unterricht, in dem sie u.a. die Grundlagen der englischen Sprache lernen, da dies für den weiteren Bildungserfolg im Libanon sehr wichtig ist.

Ich habe den Unterricht in fünf Klassen besucht sogar ein bisschen Arabisch gelernt. In der Nähe besuchte ich ein Flüchtlingslager. Schön zu wissen, dass die Kinder wenigstens ein paar Stunden am Tag diesem traurigen Alltag entfliehen und in unserer Schule lernen und „Kind sein“ dürfen. 

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